Sicherheit in den Bergen

Sicherheit am Berg
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Sicher in den Bergen

Bergunfälle nehmen zu, muß das sein?
Die überwiegende Mehrzahl der Bergunfälle ereignet sich nicht bei sogenannten Risikosportarten wie Klettern und Mountainbiken. Auch die objektiven Gefahren im Gebirge wie Stein- oder Eisschlag stellen bei den Wanderunfällen nicht die Hauptgefahren dar, sondern – man höre und staune – beim normalen Wandern und Gehen auf vermeintlich gefahrlosen Bergwegen ist unzureichender, körperlicher Fitnesszustand verantwortlich für die Hauptunfallgefahren Herz-/Kreislaufversagen sowie Sturz durch Stolpern und Ausrutschen im leichten Gehgelände. Selbst die beste und neueste Ausrüstung kann eben Defizite bei Gesundheitszustand, Kondition und Erfahrung nicht kompensieren.

Checkliste Sicherheit am Berg
Folgende kurze Liste von Sicherheitsfragen sollte vor jeder Bergtour selbstkritisch beantwortet werden, damit ein Notfall gar nicht erst eintritt und nur glückliche Erinnerungen an schöne Wandererlebnisse bleiben:

Bin ich ausreichend trainiert?
Wandern und Bergsteigen als Ausdauersport verlangt dem Körper eine Höchstleistung ab. Die allerbeste Vorbereitung auf eine Wanderung beginnt beim regelmäßigen Fitnesstraining zu Hause. Die richtige Selbsteinschätzung und ein guter Trainingsstand bewahren nicht nur vor einem harmlosen Muskelkater, sondern beugen auch irreparablen Gelenk- und Knorpelschäden vor.

Habe ich gut geplant?
Jede Wanderung und Bergtour sorgfältig mit Wanderkarte (Maßstab 1:25.000 oder 1:50.000), einschlägiger Wanderliteratur und Internetrecherchen vorbereiten. Vor Ort notwendige Erkundigungen einholen bei Einheimischen, Tourismusverbänden, Hüttenwirten,  Wander- und Bergführern.

Wie viele Höhenmeter pro Stunde?
Das Gehen im ebenen Gelände kann nicht mit einem Anstieg im steilen Gelände verglichen werden. Als Faustformel gilt: 1 Stunde Gehzeit werden für 5 Kilometer in ebenem Gelände veranschlagt. In einer Stunde Gehzeit schafft ein normal trainierter Wanderer etwa 300 Höhenmeter im Aufstieg. Zur Berechnung wird der kleinere Wert halbiert und zum größeren Wert addiert.
Berechnungsbeispiel: Weglänge horizontal 5 Kilometer entspricht Gehzeit 1 Stunde, davon 1/2 sind 30 Minuten. Aufstieg vertikel 900 Höhenmeter entsprechen 3 Stunden Gehzeit. Für 4 Kilometer Länge und 900 Höhenmeter Aufstieg sind folglich 3 1/2 Stunden Gesamtgehzeit ohne Pausen zu veranschlagen.

Ist meine Ausrüstung komplett?
Sonnen-, Kälte- und Wetterschutz müssen ebenso in einem perfekt gepackten Rucksack griffbereit sein wie Rucksackapotheke, Wanderkarte und Mobiltelefon mit geladenem (!) Akku. Wasserdichte, knöchelhohe Bergschuhe mit fester, griffiger Sohle sorgen für den notwendigen Halt auf schotterigen oder lehmigen Wegen. Teleskop-Wanderstöcke, die sich leicht im Rucksack verstauen lassen, entlasten die Gelenke beim Bergabgehen und sorgen für Schub beim Aufstieg,

Wetter in den Bergen
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Wetter in den Bergen

Wie ist das Wetter?
Das Wetter kann sich im Gebirge schlagartig ändern, deshalb Wetterberichte in Rundfunk, Fernsehen und Internet vergleichen und die Witterungsverhältinisse vor Tourbeginn einschätzen. Bei drohendem Gewitter und Wetterumschwung sollte man auch kurz vor einem ersehnten Gipfel bereit sein umzukehren,
Nach Regenfällen sind Wanderwege oft gefährlich rutschig.
Im Winter gibt der Lawinenbericht Auskunft über gefährliche Lawinenhänge. Die aktuellen Live-Bilder einer Webcam zeigen auf einen Blick die derzeit herrschenden Wetterverhältnisse.

Steht einem frühen Aufbruch nichts im Weg?
Das alte Wanderlied „Im Frühtau zu Berge“ legt zurecht einen früher Aufbruch nahe. Ein rechtzeitiger Tourbeginn stellt eine Zeitreserve bei unvorhergesehenen Zwischenfällen dar, Jede Bergtour der Jahreszeit entsprechend planen, damit der Abstieg nicht in der hereinbrechenden Dunkelheit endet.

Wer kennt mein Bergziel?
Für Notfall und schnelle Hilfe sollte das Tourenziel und der Tourenverlauf unbedingt hinterlassen werden, z. B. beim Vermieter oder Hüttenwirt.

Mit wem gehe ich?
Ein Alleingänger ist auf sich gestellt. Besser in kleiner Gruppe oder zu zweit als allein gehen. Das Tempo stets dem Schwächsten und Langsamsten der Gruppe anpassen. Zu schnelles Gehtempo führt zu Erschöpfung.  Faustformel: Man sollte sich beim Steigen immer noch mit dem Bergkameraden unterhalten können.
Auf markierten Wegen bleiben und Abschneider vermeiden. Abschneider zerstören die sensible Vegetation im Gebirge. Abseits markierter Wege drohen Steinschlag, Verirren und / oder Absturzgefahr. Absolute Vorsicht walten lassen bei und nassen, steilen Grashängen und rutschigen Altschneefeldern. Schneewechten am Gipfel bergen tödliches Absturzpotential.

Rast in den Bergen
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Rast in den Bergen

Habe ich Pausen eingeplant?
Regelmäßiges Rasten trägt zur Erholung bei. Richtiges Essen und Trinken (isotonische Getränke, Müsliriegel, Kekse, Obst) bringt Energie zurück und führt die beim Schwitzen verbrauchte Flüssigkeit wieder zu.

Bin ich trittsicher?
Trittsicherheit ist in den Bergen oft unabdingbare Voraussetzung für die Begehung vieler Bergwege. Stolperstürze mangels Trittsicherheit sind die häufigste Unfallursache beim Abstieg. Die richtige Gehtechnik bergab kann problemlos geübt werden: Körperschwerpunkt nach vorne verlegen, den Rücken leicht runden, die Knie beugen, Teleskopstöcke gleichzeitig aufsetzen (Doppelstocktechnik), auf gute Körperspannung achten und langsam gehen.

Verhalte ich mich umweltbewußt?
Ein Bergsteiger respektiert die Natur und verhält sich leise. Wild- und Weidetiere werden nicht aufgeschreckt und Pflanzen nicht willkürlich abgerissen. Alle meine Abfälle nehme ich mit ins Tal.

Kenne ich Notfallnummern und Alpin-Notsignal?
Notrufnummern: Alpin-Notrufnummer 140, Euronotruf 112
Wenn kein Netz verfügbar ist, alpines Notsignal geben:  Eine Minute lang alle zehn Sekunden ein sichtbares oder hörbares Zeichen geben (z.B. Winken, Rufen, Lichtsignal), dann eine Minute Pause machen und die Signale wiederholen.

Den Gästen unseres Apartmenthauses geben wir gerne ganz individuell abgestimmte Touren- und Ausflugstipps in die herrliche Tiroler Bergwelt. So vorbereitete wird jede Wanderung zu einer Genußtour – mit Sicherheit!

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